Parodontitis – Was ist das?

Erkrankungen des Zahnhalteapparates ( Parodontitis )

Die Parodontitis ( im Volksmund Parodontose genannt ) ist eine schmerzlos voranschreitende Entzündung des Zahnhalteapparates.
Zunächst kommt es zur Bildung von Zahnfleischtaschen, unbehandelt führt die Erkrankung zum Verlust von Weichgewebe und Knochen ( Zahnlockerung ) und letztendlich zum Zahnverlust.
In modernen Industrieländern sind 80 - 90% der Bevölkerung erkrankt.
Ab dem 30. Lebensjahr ist Parodontitis noch vor Karies die häufigste Ursache für Zahnverlust.

Parodontitis kann auf der Basis längerfristig bestehender Zahnfleischentzündungen entstehen, aber auch direkt mit akuter Blutung, Gewebsabbau und Schmerzen einsetzen.

Ursachen der Entstehung von Parodontitis gibt es viele,
es ist im Prinzip das Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen Virulenz ( krankmachendem Potential ) der beteiligten Bakterien und der Abwehrreaktion des menschlichen Organismus
in Abhängigkeit von körpereigenen und äußeren Faktoren.

Ziel der Parodontitis-Behandlung ist die Zahnerhaltung durch Infektionsbekämpfung und Infektionskontrolle.


Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Parodontitis als chronische Entzündung in der Mundhöhle einen enormen Einfluss auf den Gesamtorganismus hat.
Sie geht einher mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen, wie Herzinfarkt
und Schlaganfall sowie einer erhöhten Frühgeburtenrate.

Ursachen der Entzündung am Zahnhalteapparat sind Bakterien, die sich in unserer
Mundhöhle aufhalten und sich in Zahnbelägen vermehren ( Biofilm ).
Man kennt sogenannte Leitkeime und Begleitkeime. Die Kombination dieser Bakterien ist individuell und sehr variabel. Sie lösen eine Immunantwort des Organismus aus.
Die Bindegewebsfasern, mit denen die Zähne im Knochen befestigt sind sowie der benachbarte Knochen werden zerstört.

Auch genetische Faktoren, Stoffwechselerkrankungen ( z.B. Diabetes ), die Einnahme bestimmter Medikamente und vor allem das Rauchen können diese Erkrankung auslösen
oder ihre Entstehung unterstützen.

Am umfangreichsten wurde bisher die Wechselwirkung zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis untersucht. Erste Untersuchungen gab es bereits um 1950. Es wurde gezeigt, dass das Parodontitisrisiko in Abhängigkeit von Diabetesdauer und Stoffwechsellage steigt.
Fazit - bei einem schlecht eingestellten Zucker liegt ein höheres Risiko für weiteren Knochenabbau bzw. der Schwere der Entzündung vor.


Symptome
  • gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • weiches, schnell blutendes Zahnfleisch
  • Mundgeruch
  • schlechter Geschmack
  • durch Zahnfleischrückgang erscheinen die Zähne verlängert
  • Lockerung oder Wanderung von Zähnen

Schweregrade
Je nach Schweregrad unterscheidet man:
  • Gingivitis ( Zahnfleischentzündung, ohne Knochenrückgang )
  • chronische Parodontitis ( langsamer Abbau von Gewebe )
  • aggressive Parodontitis ( schnell voranschreitende Gewebsdestruktion )